Initialzündung der neuen Montagsdemonstrationen

Magdeburg gilt als Geburtsort der neuen Montagsdemonstrationen. Begründer soll der arbeitslose Bürokaufmann Andreas Erholdt aus Magdeburg gewesen sein, der die ersten Montagsdemos in der ostdeutschen Stadt mit sozialpolitischem Akzent koordinierte. 
Auch diese Bewegung wurde zur Massenbewegung: Bereits am 30. August 2004 gingen in 200 deutschen Städten über 200.000 Menschen gegen die Sozialagenda 2010 auf die Straße. 

1. Die "Friedliche Revolution" in der DDR 1989



Ohne die Montagsdemonstrationen, die sich seit dem 4. September 1989 in der damaligen DDR Bahn brachen, wäre der friedliche politische Umsturz, der letztlich zur Wiedervereinigung führte, nicht denkbar gewesen.

Die Montagsdemos, die sich wie ein Flächenbrand ausbreiteten und mit der Zeit auch an anderen Wochentagen stattfanden, sind zu einem Synonym für eine friedliche Revolution geworden und daher legendär. "Wir sind das Volk" lautete die Losung nach Georg Büchners "Dantons Tod" mit der die Machthaber des Staatsapparats zur Umkehr bewegt werden sollten - mit Erfolg, wie sich herausstellte.

Auch heute noch versuchen politische Aktivisten mit der Mobilisierung von Menschen zu Montagsdemos Akzente zu setzen, wobei sich viele uneins sind, ob die aktuellen Montagsdemonstranten sich an die Tradition der "Friedlichen Demonstration" anlehnen dürfen. Die klare Maßgabe heißt dabei aber früher wie heute: "Keine Gewalt!" und "Wir sind das Volk".

Zusammensetzung der Montagsdemos gegen Sozialkahlschlag


Auch heute noch ist die Zusammensetzung der Teilnehmer der Montagsdemos sehr heterogen:

Sie rekrutieren sich aus sozialen Bewegungen, Parteimitgliedern, Parteilosen und aufgebrachten Bürgern, die allerdings bundesweit koordiniert werden.

Eine klare inhaltliche Abgrenzung gibt es zu Faschisten und faschistoidem Gedankengut, wobei es sich aber häufig als nicht einfach herausstellte, das rechte Spektrum rigoros bei den Demonstrationen auszuschließen.

Dieses Argument brachten auch die Gewerkschaftsspitzen vor, um eine Teilnahme an den neuen Montagsdemos zu verhindern.