Initialzündung der neuen Montagsdemonstrationen

Magdeburg gilt als Geburtsort der neuen Montagsdemonstrationen. Begründer soll der arbeitslose Bürokaufmann Andreas Erholdt aus Magdeburg gewesen sein, der die ersten Montagsdemos in der ostdeutschen Stadt mit sozialpolitischem Akzent koordinierte. 
Auch diese Bewegung wurde zur Massenbewegung: Bereits am 30. August 2004 gingen in 200 deutschen Städten über 200.000 Menschen gegen die Sozialagenda 2010 auf die Straße. 

4. Direkte Demokratie durch Proteste und Kundgebungen


Die Geschichte der Montagsdemonstrationen gibt den Gegner von Stuttgart 21 recht: Demos sind ein wirkungsvolles politisches Instrument und können für gewaltige politische Umwälzungen sorgen. Da die Bundesrepublik keine Direktdemokratie vorsieht, nutzen viele Bürger die konkrete Protestform, einfach auf die Straße zu gehen - je mehr dies tun, desto besser. Organisationen und Parteien, die nicht über genug Einfluss verfügen, können Anhänger auf diese Weise mobilisieren, Menschen, die sich in keiner Partei wiederfinden, finden hier einen Ausdruck ihres Protests.

Unfreie Bürger, die für ihre Freiheit kämpfen, Proteste gegen Sozialkahlschlag, Proteste gegen immens teure Projekte, die unerwünscht sind und von der Masse nicht getragen werden: Das Prinzip ist immer das gleiche. Friedlicher, passiver Widerstand, regelmäßige Bekanntmachung von Missständen und das zielgerichtete Handeln im Kollektiv: Das sind die großen Vorteile von politischen Institutionen wie Montagsdemos, die auch die Mächtigsten in die Knie zwingen können. Auch die Devisen sind stets die gleichen: "Wir sind das Volk", "friedlich" - und vor allem hartnäckig.

Zusammensetzung der Montagsdemos gegen Sozialkahlschlag


Auch heute noch ist die Zusammensetzung der Teilnehmer der Montagsdemos sehr heterogen:

Sie rekrutieren sich aus sozialen Bewegungen, Parteimitgliedern, Parteilosen und aufgebrachten Bürgern, die allerdings bundesweit koordiniert werden.

Eine klare inhaltliche Abgrenzung gibt es zu Faschisten und faschistoidem Gedankengut, wobei es sich aber häufig als nicht einfach herausstellte, das rechte Spektrum rigoros bei den Demonstrationen auszuschließen.

Dieses Argument brachten auch die Gewerkschaftsspitzen vor, um eine Teilnahme an den neuen Montagsdemos zu verhindern.